Preisverleihung
22.11.
2018
Berlin

Innovationspreis 2018: Gaswirtschaft zeichnet die besten Projekte der Branche aus

Unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat die deutsche Gasbranche am 22.11.2018 in Berlin innovative Konzepte zur Nutzung des vielseitigen Energieträgers Erdgas ausgezeichnet. Getragen wurde der 20. Innovationspreis von den vier Verbänden ASUE, BDEW, DVGW und Zukunft ERDGAS sowie dem diesjährigen Partner Wintershall.

Im Vorfeld der Abendveranstaltung waren bei den Organisatoren über 50 Bewerbungen aus Industrie, Handwerk und Wissenschaft in den fünf Kategorien eingegangen:

  • Forschung & Entwicklung
  • Mobilität & Verkehr
  • Effiziente Energiekonzepte
  • Innovative Produkte
  • Sonderpreis Start-Up

Unter den zahlreichen Einreichungen entschied sich die Jury unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Schomäcker vom Institut für Chemie an der TU Berlin am Ende für fünf Projekte. Die prämierten Energiekonzepte verfügen speziell vor dem Hintergrund aktueller Transformationsprozesse in den Schlüsselsektoren Strom, Mobilität, Wärme und Industrie über besonders weitreichende Forschungs- und Entwicklungsperspektiven.

Dabei zeigten die diesjährigen Preisträger die Potenziale und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Gas für die Transformation des Energiesystems und darüber hinaus. „Die ausgezeichneten Projekte wie auch die übrigen Bewerbungen um den Preis zeigen eindrucksvoll, dass die Erdgasbranche schon heute mit Hochdruck an neuen Technologien arbeitet, die das emissionsarme Energiesystem von morgen wesentlich mitgestalten werden“, so Schomäcker.

Die Preisträger 2018 nach Kategorien:


Forschung & Entwicklung

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit dem Institute for Advanced Sustainable Studies (IASS) - Dekarbonisierung von Erdgas

Die Wissenschaftler des KIT haben ein Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas entwickelt, das die Freisetzung von Kohlendioxid vermeidet. Dabei wird in einem kontinuierlichen Prozess aus Erdgas gasförmiger Wasserstoff und fester, elementarer Kohlenstoff produziert, der leicht handhabbar und potentiell wieder als Rohstoff einsetzbar ist. Der innovative Ansatz des KIT-Reaktors besteht insbesondere in der Verwendung von geschmolzenem Metall als Flüssigmedium in einem Blasensäulenreaktor.


Mobilität & Verkehr

AIDA Cruises - LNG als Treibstoff in der Kreuzschifffahrt (AIDAnova)

Die AIDAnova, getauft am 31. August 2018, kann als weltweit erstes Kreuzfahrtschiff im Hafen und auf See mit LNG betrieben werden. Anfang Dezember sticht das umweltfreundliche Kreuzfahrtschiff erstmals in See. Durch den LNG-Einsatz werden Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden. Der Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden verringert sich nachhaltig. Zwei weitere, der AIDA baugleiche Schwesterschiffe sind in Auftrag gegeben, sodass bis 2023 bereits die Hälfte der Gäste auf AIDA-Kreuzfahrtschiffen mit LNG-Antrieb reisen wird.


Effiziente Energiekonzepte

Stadtwerke Augsburg – Grünes Gas als Energiespeicher für Zuhause

Regenerativ erzeugter Überschussstrom aus hauseigenen Photovoltaikanlagen erzeugt vor Ort in einer Elektrolyseanlage Wasserstoff. Dieser wird mit Kohlendioxid zu synthetischem Methan umgewandelt. So entsteht ein CO2-neutrales Gas, welches sich ebenfalls gut und effizient direkt vor Ort speichern lässt. Bei Bedarf wird das grüne Gas anschließend in einem Blockheizkraftwerk oder einer Gasbrennwerttherme in Strom und Wärme für die Mieter umgewandelt. Das effiziente Energiekonzept erreicht so Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent.


Innovative Produkte

boostHEAT - Die Heizung der neuesten Generation

Die Wärmepumpe wird nicht, wie üblich, mit einem Elektromotor angetrieben, sondern mit Gas. Damit wird der wärmetechnische Wirkungsgrad einer Brennwertheizung mit der Leistung eines Wärmepumpenkreislaufs verbunden. Kohlendioxid und Wasser werden als Kühlmittel eingesetzt. Die Wärmepumpe erreicht so einen Brennstoffnutzungsgrad bis zu 200 Prozent. Über das Jahr verringert sich der Gasverbrauch dadurch um die Hälfte im Vergleich zu heutigen Brennwertheizungen.


Sonderpreis Start-Up

INERATEC – Power-to-Gas im Containerformat

Das Unternehmen hat eine kompakte chemische Reaktortechnologie für Power-to-X- und/oder Gas-to-X-Anlagen für den Einsatz in Standard-Containerformaten optimiert. Durch die Technologie können Wasserstoff oder methanhaltige Gase in synthetische Kraftstoffe oder chemische Wertprodukte wie sauberes Benzin, Kerosin oder Wachse dezentral umgewandelt werden. Diese können in der chemischen, pharmazeutischen und kosmetischen Industrie eingesetzt werden. Alternativ lässt sich die Energie in flüssigen und festen Kohlenwasserstoffen speichern.


Videos zur Preisverleihung


Bilder der Preisverleihung


Portrait: Anja Karliczek

„Energiewende und Klimaschutzziele stellen uns vor große Herausforderungen. Nur mit klugen neuen Ideen und Lösungen werden wir die vor uns liegenden Aufgaben meistern. Deswegen wollen wir bis 2025 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung investieren. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft stehen in der Pflicht, dieses Ziel zu erreichen. Deshalb freue ich mich über die Initiative der Gaswirtschaft, innovative Ideen der Branche auszuzeichnen und zu fördern. Start-ups, Hochschulen und Unternehmer belegen eindrucksvoll: Die deutsche Gaswirtschaft bleibt innovativ und zukunftsgewandt!“
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung


„Der INNOVATIONSPREIS DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT zeichnet seit 40 Jahren engagierte Fachleute aus, die sich auf dem Gebiet der Erzeugung, Fortleitung und Anwendung von Erdgas und erneuerbaren Gasen durch besonders innovative Ideen und Produkte auszeichnen. Das Ziel, Gas noch effizienter, klimaschonender und vielseitiger zu machen, trifft bei der Preisverleihung stets auf hohe Aufmerksamkeit und trägt zum weiteren Erfolg moderner Gastechnologien bei. Unser stetes Engagement bei der Gestaltung zukunftsfähiger Gasanwendungen wird einen maßgeblichen positiven Einfluss auf das Erreichen der Klimaschutzziele 2050 haben.“
Hans-Joachim Polk, Präsident ASUE e.V.

Portrait: Hans Joachim Polk

Portrait: Marie-Luise Wolf

„Die Energiewende hat bereits eine große Zahl neuer Innovationen freigesetzt, die uns in Zukunft ermöglichen werden, wertvolle Energie möglichst effizient zu nutzen. Der INNOVATIONSPREIS DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT bietet jedes Mal mutigen Erfindern, Entwicklern und Ingenieuren ein Podium, Energie noch klimafreundlicher, sicherer und wirtschaftlicher anzuwenden.“
Marie-Luise Wolff, Präsidentin BDEW



„Bei der Energiewende können Gase und Gasinfrastrukturen einen zentralen Beitrag zur Treibhausgasneutralität leisten. Die Gaswirtschaft gestaltet diesen Transformationsprozess durch einen von intensiver Forschung und Entwicklung geprägten Innovationsschub. Grüne Gase, Power-to-Gas, flexible Infrastrukturen und hocheffiziente Anwendungstechnologien tragen dazu bei, dass der Energieträger Gas fester Bestandteil zukünftiger Energiesysteme bleiben wird.“
Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW

Portrait: Prof. Dr. Gerald Linke

Portrait: Dr. Timm Kehler

„Entwicklungen wie die Power-to-Gas-Technologie und Anwendungen mit grünem Gas machen deutlich, dass ERDGAS als verlässlicher Partner der Erneuerbaren unsere Energiezukunft mitgestalten wird. Mit dem INNOVATIONSPREIS DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT zeigt die Branche: Wir sind heute schon fit für die Zukunft und fördern zukunftsweisende Ideen rund um den Energieträger Gas.“
Dr. Timm Kehler, Vorstand Zukunft ERDGAS


„Während eine vielköpfige Kommission noch diskutiert, wann und wie sich der längst überfällige deutsche Kohleausstieg umsetzen lässt, präsentiert die Gaswirtschaft längst Antworten auf diese Fragen. Raus aus der Kohle und rein in eine echte Energiewende? Das geht nur mit Gas! Unsere Branche ist kreativ, schöpferisch und hat zahlreiche, innovative Ideen für einen zügigen und effizienten Umbau unserer Energiesysteme in petto. Als Partner freuen wir uns, den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft zu unterstützen und einigen dieser Ideen eine große Bühne für die Weiterentwicklung bieten zu können.“
Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender Wintershall Holding GmbH

Portrait: Mario Mehren

AUSLOBUNG

Die Verbände der Gaswirtschaft loben unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Frau Anja Karliczek zum 20. Mal den INNOVATIONSPREIS DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT aus und würdigen damit innovative Entwicklungen und Konzepte aus Industrie, Handwerk und Wissenschaft.

Besonders eingeladen zur Teilnahme werden Bewerber, die

  • gasbasierte Effizienztechnologien und –verfahren, die einen besonders sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen gewährleisten, auch in Kombination mit erneuerbaren Energien oder
  • exzellente Ideen und Technologien für energieeffiziente Anwendungen, Umwandlungs-, Transport- und Speicherlösungen mit Innovationspotenzial in Zusammenhang mit Gas

entwickeln, vorantreiben und umsetzen.

Die Projekte sollen Ausdruck eines ausgeprägten Engagements der Teilnehmer für Klimaschutz und Ressourcenschonung sein. Vergeben wird der Preis in den folgenden fünf Kategorien:

  • INNOVATIVE PRODUKTE
  • EFFIZIENTE ENERGIEKONZEPTE
  • FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
  • MOBILITÄT & VERKEHR
  • SONDERPREIS START-UP

Bewerben können sich Unternehmen oder Personen aus Industrie, Gewerbe, Handwerk, Freiberufler, Einrichtungen der öffentlichen Hand und der Wissenschaft, insbesondere auch Unternehmensgründer.

Beginn Bewerbungsphase: 09. Juli 2018
Einsendeschluss: 15. September 2018

Die Preisverleihung wird am 22. November in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung stattfinden.


KATEGORIE
Innovative Produkte
boostHEAT Deutschland GmbH

Gas-Brennwertheizung mit integrierter neuartiger Gas-Wärmepumpe für den Kesseltausch im Gebäudebestand

Basierend auf einer langwierigen Entwicklung hat boostHEAT in 2018 eine technologische Neuheit auf den deutschen Heizungsmarkt gebracht. Wird der Markt im Neubau zurzeit von Gasbrennwertthermen und Elektrowärmepumpen beherrscht, so kombiniert die vorgestellte Heizung die Vorteile beider Technologien in einem Gerät.

Das Kernstück der in jedem Hauswirtschaftsraum installierbaren Anlage besteht aus einem speziellen und weltweit patentierten Kolbenverdichter. Ähnlich einem Stirlingmotor werden drei Kolben durch Gasbrenner in eine wechselnde Schwingung versetzt, auf deren Hubspitze sie das halogenfreie Kältemittel CO2 verdichten und aufheizen. Wie bei allen Wärmepumpen wird diese thermische Energie als Nutzenergie an den Wohn- oder Arbeitsraum abgegeben, bevor das Kältemittel entspannt wird und sich dabei stark abgekühlt. Bevor es wieder in den Verdichter geführt wird, nimmt das Kältemittel kostenlos verfügbare Umweltwärme auf und bindet sie höchst effizient in die Gebäudeheizung ein.

Im Vergleich zu anderen Gaswärmepumpen weist dieses Gerät einen bisher unerreichten Gesamtwirkungsgrad von bis zu 200 % auf und spart dadurch im Vergleich zu Altanlagen bis zu 65 % Energie ein. Als Brennstoff kann Erd-, Bio-, Flüssig- oder Synthesegas eingesetzt werden, so dass die Anlage auch für zukünftige Änderungen im Gasnetz gerüstet ist.

Die Jury hat dieses Produkt ausgezeichnet, weil die Effizienz der boostHEAT Gaswärmepumpe neue Maßstäbe im deutschen Heizungsmarkt setzen und damit einen Beitrag zum Gelingen der noch in der Entwicklung befindlichen Wärmewende leisten kann.




KATEGORIE
Effiziente Energiekonzepte
Stadtwerke Augsburg
Energie GmbH

Power-to-Gas-Anlage als Wärmequelle in einer sanierten Wohnanlage

Die Stadtwerke Augsburg nutzten die Sanierung einer 1974 erbauten Wohnanlage um ein richtungsweisendes Konzept zur dezentralen Erzeugung und Speicherung von elektrischer, thermischer und chemischer Energie in einem Reallabor zu testen.

Die Herausforderung war, die technisch komplexen Einrichtungen so zu verschalten, dass ein für die Bewohner ausfallsicheres Versorgungskonzept entsteht. Dazu wurden auf den Dächern PV-Anlagen installiert, deren Strom zum einen zur Versorgung der Mieter dient, zum anderen aber mit einem Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff in einer Power-to-Gas Anlage genutzt wird. Dieser Wasserstoff wird anschließend zusammen mit Kohlendioxid in einem Reaktor methanisiert und wie Gas gespeichert, so dass es später in den ebenfalls neu installierten BHKW und Brennwertkesseln innerhalb der Wohnanlage genutzt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint. Abgerundet wird das Anlagenkonzept von großvolumigen Wärmespeichern, die einen allumfassenden Anlagenwirkungsgrad bis zu 90 % ermöglichen.

Das geschlossene Konzept, das die Versorgung hunderter Bewohner in einem dicht besiedelten Gebiet komplett autark ermöglicht, zeigt das Potenzial moderner, gasbasierter Effizienztechnologie. Erstmals werden zudem die Synergiepotenziale der PtG-Technologie mit bewährten Technologien wie hocheffizienten KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeversorgung aufgezeigt.




KATEGORIE
Forschung & Entwicklung
Karlsruher Institut für Technologie KIT
Institute for Advanced Sustainability Studies IASS

Dekarbonisierung von Methan, umweltfreundliche Herstellung von Wasserstoff

Wasserstoff (H2) ist ein alternativer und wegen seiner guten Umwelteigenschaften hochgehandelter Energieträger. Weiterhin ist das Gas aber auch in industriellen Produktionsprozessen von großer Bedeutung. Heute wird der Wasserstoff in Steam Reformern aus Erdgas (Methan, CH4) erzeugt, wobei neben dem Wasserstoff große Mengen von CO2 anfallen und in die Atmosphäre abgegeben werden. Von einem Forscherteam des KIT in Karlsruhe und des IASS in Potsdam wurde ein Verfahren zur CO2 freien Herstellung von Wasserstoff entwickelt.

Nach der fehlenden öffentlichen Akzeptanz für die CCS-Technologie zur Einlagerung von CO2 wird mit dem prämierten Verfahren eine Alternative vorgestellt. Das Methan, das auch aus beliebigen grünen Quellen stammen kann, wird hier durch eine sehr spezielle Reaktionsanlage geführt. In einem Reaktionsgefäß wird ein flüssiges Metall bei 1200 °C vorgehalten. In dieses Gefäß wird das Methan eingegast, worauf es in Blasen innerhalb des flüssigen Metalls aufsteigt – man spricht daher von einem Blasensäulenreaktor. Während des Aufstiegs zerfällt das Methan in seine Bestandteile. Aus Methan (CH4) entstehen Wasserstoff (H2) und Kohlenstoff (C). Weil kein Sauerstoff (O) anwesend ist, entsteht kein CO2. Stattdessen fällt der Kohlenstoff in reiner, elementarer Form an, während der Wasserstoff aufgefangen und genutzt werden kann.

Der reine Kohlenstoff kann Rohstoff für viele industrielle Verfahren sein. Andererseits kann das feste, schwarze Granulat sicher und völlig gefahrlos eingelagert werden, um den Kohlenstoff aus dem Stoffkreislauf unserer Umwelt zu entziehen. Dadurch besteht auch für die energieintensive Industrie die Chance, ihre CO2-Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren.




KATEGORIE
Mobilität & Verkehr
AIDA Cruises - German Branch of Costa Crociere S.p.A.

AIDAnova: Das erste Kreuzfahrtschiff mit umweltschonendem LNG Antrieb

Kreuzfahrtschiffe transportieren in einer wachsenden Branche Touristen zu den schönsten Zielen der Erde. Damit geht leider immer auch eine Abgasfahne einher, die wegen des oft als Treibstoff verwendeten Schweröls und Schiffsdiesels große Mengen an Ruß, Schwefeloxiden (SOx), Stickstoffoxiden (SOx) und Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Neue Wege beschreitet nun die Reederei der AIDA-Flotte mit ihrem neuesten Schiff – der AIDAnova.

Mit der AIDAnova wird 2018 das weltweit erste Kreuzfahrtschiff in Betrieb genommen, das im Hafen und auch auf See vollständig mit umweltfreundlichen LNG-Motoren betrieben werden kann. Ihre vier Dual-Fuel-Motoren können dazu aus drei bordeigenen Tanks mit LNG versorgt werden. Deren Kapazität sichert die Versorgung des Schiffes für etwa 14 Tage. Das gekühlte und verflüssigte Erdgas wird auf der AIDAnova verdampft und anschließend in den Motoren genutzt. Dabei ist das Motorenabgas deutlich sauberer als das früherer Antriebskonzepte. So werden SOx und Ruß im LNG-Betrieb im Vergleich zu konventionellem Schiffsdiesel um 99 %, NOx um 80 % und CO2 um 20 % reduziert.

Die AIDA Cruises setzt auf die saubere Technik, um schädliche Emissionen so weit wie möglich zu vermeiden. Dabei nimmt die Reederei eine weltweite Vorreiterrolle ein. Das Green Cruising wird sich nach dem mit der AIDAnova erfolgten ersten Schritt hoffentlich global etablieren.




Sonderpreis
Start-Up
INERATEC GmbH

Innovative chemische Reaktortechnologie für PtX- und GtX-Anlagen

Dezentrale Konzepte müssen grundsätzlich kompakt und auch mit relativ kleinen Stoffströmen wirtschaftlich sein. In industriellen Maßstäben sind etablierte Technologien oft relativ günstig verfügbar, aber das Scale-Down ist nur schwer möglich. Dagegen können in der von INERATEC entwickelten Anlage mit innovativen Mikroreaktoren beliebige methanhaltige Gase wie Erdgas, Erdölbegleitgas, Synthesegas oder Biogas in flüssige und feste, synthetische Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden.

Power-to-Liquid (Ptl), Power-to-Gas (PtG) und Gas-to-Liquid (GTL) – diese drei Prozesse installiert INERATEC je nach Anforderung in einem 40’’-Container. Derartig flexibel aufgestellt, erlaubt das intelligente Modulkonzept die Abkehr von den bekannten, riesigen Ölraffinerien hin zu einer dezentralen Produktion von exakt der jeweils gewünschten Komponente. Das mögliche Produktspektrum umfasst dabei Kraftstoffe, wie Benzin, Kerosin und Diesel, aber auch hochwertige Wachse für die chemisch-pharmazeutische Industrie.

Auf Basis des INERATEC-Systems kann die ganze Bandbreite der petrochemischen Produkte an einem Ort mit günstig verfügbarer Energie aus Wasser und CO2 hergestellt werden. So könnten die Container innerhalb von Windparks aufgestellt werden, ohne dass aufwändige, verlustbehaftete Stromnetze gebaut werden müssen. Auch lokal auftretender Überschussstrom aus anderen Quellen kann so in eine speicherbare Form überführt werden.




TEILNAHME-BEDINUNGEN
ÜBER DEN PREIS

Wir nehmen die Herausforderung an! Aktuell stagniert in Deutschland die dringend gebotene Reduktion von CO2-Emissionen. Das Engagement um die Umsetzung der Energie- und Wärmewende hat viele exzellente Ideen hervorgebracht, aber genauso viele ideologisch geprägte Ansätze von geringer Realisierbarkeit.

Für eine schnelle und wirtschaftliche Reduktion der klimaschädlichen Emissionen ist Erdgas wegen seiner guten Speicherbarkeit und emissionsarmen Verbrennung ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Durch seine hocheffiziente Anwendungstechnik kann Erdgas in allen Bereichen – Wärmemarkt, Mobilität und Industrie – einen Beitrag leisten, ohne dabei den Weg der nahezu vollkommenen Dekarbonisierung zu verbauen. Gas aus erneuerbaren Quellen kann kontinuierlich in allen Bereichen eingesetzt werden, wobei hohe Erwartungen an eine hohe Effizienz bestehen. Diese Projektspezifikationen erfordern jedoch zunehmend interdisziplinäres technisches, ökologisches, soziales und ökonomisches Wissen.

Der INNOVATIONSPREIS DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT möchte bei seiner zwanzigsten Verleihung die Mutigen belohnen. Denn nur wer Innovationen wagt, den Wettbewerb aufnimmt und langen Atem beweist, der wird den Klimaschutz voranbringen.

Gemeinsam blicken die Initiatoren des Preiswettbewerbs – ASUE, BDEW, DVGW und Zukunft ERDGAS – auf zahlreiche ausgezeichnete Projekte zurück, die ihrer Zeit häufig voraus waren: Der Preis wird in diesem Jahr in den Kategorien INNOVATIVE PRODUKTE, ENERGIEKONZEPTE IM WÄRMEMARKT, FORSCHUNG & ENTWICKLUNG, MOBILITÄT & VERKEHR sowie SONDERPREIS START-UP vergeben. Neben aktuellen Produktinnovationen wurde schon immer auf die Forschungs- und Entwicklungsperspektive Wert gelegt, um dauerhaft zukunftsfähige, gasbasierte Technologien in den Markt begleiten zu können. Neuen Energiekonzepten wurde große Beachtung geschenkt – genauso umweltschonenden Mobilitäts- und Verkehrslösungen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden rund 45 Vorhaben ausgezeichnet. Darunter waren:

  • 2000 der Aufbau einer Hot-Module Anlage einer Brennstoffzelle
  • 2002 ein Erdgasfahrzeug mit umweltschonender Antriebstechnik
  • 2004 Entwicklung eines Mini-BHKW für Einfamilienhäuser
  • 2006 Kombination einer Gasabsorptions-Wärmepumpe mit einem Eisspeicher
  • 2008 Einrichtung der ersten Biogastankstelle
  • 2010 Aufbau der ersten Power to Gas-Anlage
  • 2012 Marktreife Entwicklung einer Brennstoffzelle mit hohem Wirkungsgrad
  • 2014 Entwicklung einer elektronischen Steuerung zur Integration von Umweltenergie
  • 2016 bei Entwicklung eines biologischen Verfahrens zur Methanisierung von Wasserstoff

Mit der Verleihung des INNOVATIONSPREISES DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT verbindet die Preisinitiatoren das Ziel, innovative Ansätze und Ideen der Energieeffizienz zu würdigen und ihre weitere Entwicklung und Markteinführung zu unterstützen. Die Preisverleihung bringt kreative, innovative und der Nachhaltigkeit verbundene Menschen zum Gedankenaustausch zusammen. Dabei haben prominente Gäste wie Dr. Angela Merkel, Dr. Ulf Merbold und Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer mit Ihren Beiträgen Pionierarbeiten und Langmut von Preisträgern gewürdigt. Und schließlich hat erst die mit angesehenen Experten besetzte Jury mit ihren Entscheidungen die Vergabe der Auszeichnungen für exzellente Projekte ermöglicht.

DIE JURY

Über die Vergabe der Preise, Auszeichnungen und Anerkennungen entscheidet eine unabhängige Jury aus Vertretern der Wissenschaft und Verbänden der Gaswirtschaft.

Prof. Dr. Reinhard Schomäcker
Technische Universität Berlin, Fakultät II, Institut für Chemie
Dr.-Ing. Volker Bartsch
DVGW Hauptgeschäftsführung, Leiter Büro Berlin
Dr. Timm Kehler
Zukunft ERDGAS e.V., Vorstand
Jürgen Stefan Kukuk
ASUE – Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V., Geschäftsführer
Ingram Täschner
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., Fachgebietsleiter Biogas und Erdgasanwendungen
Christian Seelos
energate gmbh, Chefredakteur energate-Fachverlag
Träger

Partner
Medienpartner